Multi-Timeframe-Analyse
Derselbe Wert sieht je nach Zeitebene völlig anders aus: Im Tageschart ein Abwärtstrend kann im Wochenchart eine Korrektur eines Aufwärtstrends sein. Die Multi-Timeframe-Analyse betrachtet deshalb mehrere Zeitebenen nacheinander, um nicht gegen die größere Bewegung zu handeln.
Das Top-down-Vorgehen
- Große Ebene (Trend): Wo steht der übergeordnete Trend? Wo liegen die wichtigen Support- und Widerstandszonen?
- Mittlere Ebene (Setup): Gibt es eine Formation, einen Rücksetzer oder eine Konsolidierung in Trendrichtung?
- Kleine Ebene (Einstieg): Wann und wo genau steige ich ein, und wo liegt der Stopp?
Welche Ebenen passen zu wem?
| Handelsstil | Trend | Setup | Einstieg |
|---|---|---|---|
| Position / Langfristig | Monat | Woche | Tag |
| Swing-Trading | Woche | Tag | 4 Stunden |
| Daytrading | Tag | 1 Stunde | 5 bis 15 Minuten |
Als Faustregel liegt zwischen den Ebenen etwa der Faktor 4 bis 6. Zu eng beieinander liegende Ebenen bringen kaum neue Informationen, zu weit auseinander liegende lassen sich schwer verbinden.
Beispiel
Du willst einen Swing-Trade planen. Im Wochenchart steht der Wert über dem steigenden 50-Wochen-Durchschnitt: Trend aufwärts. Im Tageschart korrigiert er an eine frühere Widerstandszone, die jetzt als Support wirken könnte, und bildet einen Hammer. Im 4-Stunden-Chart wartest du auf einen Schlusskurs über dem Hoch des Hammers, setzt den Stopp unter das Tief und berechnest die Position im Positionsgrößen-Rechner. So handelst du mit dem großen Trend, aber mit engem Stopp.
Die Triple-Screen-Idee (Alexander Elder)
Eine Ebene bestimmt den Trend (z. B. mit MACD), die nächstkleinere sucht Gegenbewegungen (z. B. mit Stochastik), die kleinste verfeinert den Einstieg. Handle nur in Richtung der größten Ebene.
Typische Fehler
- Zu viele Ebenen: Mehr als drei verwirren und führen zu widersprüchlichen Signalen
- Nur die kleine Ebene beachten und große Widerstände übersehen
- Die Zeitebene wechseln, um eine bestehende Meinung zu bestätigen
- Stopp auf der kleinen Ebene, Ziel auf der großen: Verhältnis prüfen
- Nach dem Einstieg auf kleinere Ebene wechseln und aus Angst vorzeitig aussteigen
Checkliste
- Trend auf der größten Ebene bestimmt
- Nächste wichtige Marke auf der großen Ebene bekannt (Ziel oder Hindernis)
- Setup auf der mittleren Ebene in Trendrichtung
- Einstieg, Stopp und Ziel festgelegt, CRV mindestens 2 : 1
- Positionsgröße berechnet
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