Depotvergleich

Trendlinien und Kanäle: zeichnen, bestätigen, handeln

Grundlagen · Stand: Oktober 2026 · Bildungsinhalt, keine Anlageberatung

Trendlinien verbinden Tiefs im Aufwärtstrend oder Hochs im Abwärtstrend. Sie zeigen die Neigung des Trends und dienen als dynamische Marken. Zusammen mit einer parallelen Linie ergibt sich ein Trendkanal, der die typische Schwankungsbreite abbildet.

Regeln zum Zeichnen

  1. Mindestens zwei Punkte definieren die Linie, erst der dritte Kontakt bestätigt sie.
  2. Nutze Schlusskurse oder Dochte konsequent, wechsle die Methode nicht.
  3. Wähle die Zeitebene passend: Je länger die Linie hält, desto bedeutender.
  4. Eine zu steile Linie wird meist bald gebrochen, flachere Linien sind stabiler.

Trendkanal

Die Parallele zur Trendlinie, durch das gegenüberliegende Extrem gelegt, bildet den Kanal. Im Aufwärtstrend liegt die Trendlinie unten (Kaufzone), die Parallele oben (mögliche Gewinnmitnahme). Bricht der Kurs aus dem Kanal, ist das Beschleunigung oder Schwäche, je nach Richtung.

Rechenbeispiel

Aufwärtstrend: Tiefs bei 100 € (Tag 1) und 110 € (Tag 11). Die Steigung beträgt 1 € pro Tag. An Tag 21 liegt die Linie bei 120 €. Kaufsignal an der Linie bei 120 €, Stop bei 117 €, Ziel an der Kanalobergrenze bei 134 €. Risiko 3 €, Chance 14 €, Verhältnis rund 4,7 : 1.

Ausbrüche und Fehler

SituationEinordnung
Schlusskurs unter der AufwärtstrendlinieTrendwechsel möglich, auf Bestätigung durch Volumen und Rücklauf achten
Rücklauf (Pullback) an die gebrochene LinieDie Linie wird zum Widerstand, oft ein Einstieg für Short
Linien nachträglich anpassenVerzerrt die Analyse, zeichne neue Linien separat
Zu viele LinienVerwirrung, beschränke dich auf wenige relevante

Mehr zum Trendbegriff in der Dow-Theorie. Für die Formen in Seitwärts- und Übergangsphasen siehe Chartformationen.

Häufige Fragen

Wie viele Berührungen braucht eine Trendlinie?

Zwei legen sie fest, die dritte bestätigt sie. Mehr Berührungen machen sie bedeutender, aber auch bekannter.

Linear oder logarithmisch zeichnen?

Bei langen Zeiträumen und starken Kursanstiegen ist die logarithmische Skala sinnvoll.

Was tun nach einem Bruch?

Auf Bestätigung warten, nicht sofort die Gegenposition eröffnen.

Der Handel mit Wertpapieren und Derivaten birgt hohe Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust. Beispiele sind Rechenbeispiele und keine Handelsempfehlungen. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für die Zukunft.

← Zur Übersicht Grundlagen

Weiterlesen