Tagesgeld und Festgeld: Funktionsweise, Chancen, Risiken und Steuern
Tagesgeld und Festgeld sind Einlagen bei einer Bank. Du überlässt der Bank dein Geld und erhältst dafür Zinsen. Beim Tagesgeld ist das Geld täglich verfügbar und der Zins variabel, beim Festgeld ist es für eine feste Laufzeit gebunden und der Zins steht von Anfang an fest.
Auf einen Blick
| Renditechance | niedrig, meist in der Nähe des Leitzinses |
|---|---|
| Schwankungsrisiko | keines |
| Verlustrisiko | sehr gering, bei Bankenpleite gilt die Einlagensicherung |
| Verfügbarkeit | Tagesgeld täglich, Festgeld erst nach Laufzeitende |
| Gesetzliche Sicherung | Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde und Bank |
So funktioniert es
Tagesgeld: Kein fester Zins, die Bank kann ihn jederzeit anpassen. Neukundenaktionen sind oft zeitlich befristet, danach fällt der Zins häufig deutlich ab.
Festgeld: Laufzeiten von einem Monat bis zu mehreren Jahren. Vorzeitig kommst du in der Regel nicht an das Geld. Ein gestaffeltes Vorgehen („Zinsleiter“) mit mehreren Laufzeiten verteilt das Zinsänderungsrisiko.
Typische Rolle: Als Notgroschen (grob drei bis sechs Nettomonatsausgaben) und für Ziele, die in den nächsten ein bis zwei Jahren anstehen.
Chancen
- Kein Kursrisiko, der Betrag bleibt nominal erhalten
- Sehr einfach und schnell eingerichtet
- Durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde und Bank (bei EU-Banken) gut abgesichert
Risiken
- Inflationsrisiko: Liegt der Zins unter der Inflation, sinkt die Kaufkraft real, auch wenn der Kontostand steigt.
- Zinsänderungsrisiko: Beim Tagesgeld können die Zinsen fallen, beim Festgeld kannst du bei steigenden Zinsen nicht profitieren.
- Obergrenze der Sicherung: Beträge über 100.000 € sind bei einer Bankenpleite nicht gesichert. Bei Banken im EU-Ausland gilt die Sicherung des Herkunftslandes.
- Lockangebote: Hohe Zinsen gelten oft nur befristet oder bis zu einer Höchstsumme.
Kosten
- In der Regel keine Kontoführungsgebühren
- Gebühren oder Verlust der Zinsen bei vorzeitiger Auflösung eines Festgelds, soweit überhaupt möglich
Besteuerung in Deutschland
- Zinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen: 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag (insgesamt rund 26,4 %), bei Kirchensteuer etwas mehr.
- Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Zinsen bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei (1.000 € für Einzelpersonen, 2.000 € bei Zusammenveranlagung). Der Betrag gilt für alle Kapitalerträge zusammen.
Für wen geeignet?
Für jeden als Liquiditätsreserve und für kurzfristige Ziele. Für den langfristigen Vermögensaufbau reicht die Rendite meist nicht aus, um Inflation und Steuern auszugleichen.
Typische Fehler
- Zu viel Vermögen dauerhaft auf dem Tagesgeld lassen, obwohl der Anlagehorizont lang ist
- Einer Aktionsbank ohne Prüfung der Bedingungen und Einlagensicherung vertrauen
- Mehr als 100.000 € bei einer Bank halten
- Freistellungsaufträge nicht auf mehrere Banken verteilt oder gar nicht eingerichtet
Alternative: Geldmarkt-ETFs
Geldmarkt-ETFs bilden kurzfristige Zinssätze am Geldmarkt ab. Sie sind börsentäglich handelbar, fallen aber nicht unter die Einlagensicherung (sie gehören zum Sondervermögen) und sind nicht völlig frei von Schwankungen. Prüfe Kosten und Steuerbehandlung des Produkts.
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