Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Wer sie braucht und worauf es ankommt
Die größte finanzielle Gefahr für die meisten Berufstätigen ist nicht ein Börsencrash, sondern der Verlust der eigenen Arbeitskraft. Wer durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kann, verliert sein Einkommen, während Miete, Lebenshaltung und eventuell eine Familie weiter finanziert werden müssen. Die BU zahlt in diesem Fall eine monatliche Rente.
Warum die staatliche Absicherung meist nicht reicht
Für alle, die ab 1961 geboren sind, gibt es keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Es bleibt die Erwerbsminderungsrente. Sie setzt voraus, dass man irgendeine Tätigkeit nur noch weniger als 3 Stunden (volle Rente) bzw. 3 bis unter 6 Stunden täglich (halbe Rente) ausüben kann, und es müssen Mindestversicherungszeiten erfüllt sein. Der erlernte Beruf spielt keine Rolle, und die Höhe liegt oft deutlich unter dem früheren Nettoeinkommen.
Wer sollte sich absichern?
| Gruppe | Einschätzung |
|---|---|
| Berufseinsteiger, Azubis, Studierende | Sehr sinnvoll: Beiträge sind jung und gesund am niedrigsten, Vorerkrankungen verschlechtern später die Annahme. |
| Angestellte und Selbstständige | Meist unverzichtbar, wenn man vom eigenen Einkommen lebt oder Verpflichtungen hat. |
| Beamte | Statt BU meist Dienstunfähigkeitsklausel; Details hängen vom Status ab. |
| Rentner, Vermögende ohne Einkommensabhängigkeit | In der Regel nicht nötig. |
Wie hoch sollte die Rente sein?
Als Faustregel gelten etwa 70–80 % des Nettoeinkommens, bei Selbstständigen entsprechend der Fixkosten und Verpflichtungen. Die Leistungsdauer sollte bis zum Rentenbeginn laufen, also meist bis 67.
Wichtige Vertragsklauseln
- Verzicht auf abstrakte Verweisung: Der Versicherer darf dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen.
- Berufsunfähigkeit ab 50 % bei voraussichtlich mindestens 6 Monaten und Leistung auch rückwirkend.
- Nachversicherungsgarantie: Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen (Heirat, Kind, Gehaltssprung).
- Dynamik: Beitrag und Rente steigen planmäßig mit.
- Verzicht auf Umorganisation bei Selbstständigen.
Typische Fehler
- Zu lange warten, bis Vorerkrankungen den Abschluss erschweren.
- Nur auf den Preis schauen und Klauseln ignorieren.
- Zu niedrige Rente absichern.
- Die BU mit Unfallversicherung ersetzen (diese deckt nur einen kleinen Teil der Fälle ab).
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