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Elliott-Wellen-Theorie: Impuls, Korrektur und Fibonacci erklärt

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten · Bildungsinhalt, keine Anlageberatung

Ralph Nelson Elliott beobachtete in den 1930er-Jahren, dass Kurse nicht zufällig schwanken, sondern in wiederkehrenden Wellenmustern laufen, die die Stimmung der Marktteilnehmer widerspiegeln: Optimismus und Pessimismus wechseln sich in typischen Phasen ab. Die Theorie versucht, diese Phasen zu zählen und daraus abzuleiten, wo ein Trend stehen könnte.

Das Grundmuster: 5 Wellen vorwärts, 3 zurück

Ein vollständiger Zyklus besteht aus einer Impulsphase in Trendrichtung (Wellen 1–5) und einer Korrekturphase dagegen (Wellen A–B–C).

WelleRichtungTypischer Charakter
1TrendOft unscheinbar; erste Käufer kehren zurück, noch viel Skepsis.
2Gegen den TrendRücksetzer, häufig heftig; Angst, dass der Boden doch nicht hält.
3TrendMeist die längste und stärkste Welle; Ausbrüche, hohes Volumen, breite Zustimmung.
4Gegen den TrendGewinnmitnahmen, meist flacher und zäher als Welle 2.
5TrendLetzter Schub, oft mit nachlassender Dynamik (Divergenz bei RSI/MACD) und großem Optimismus.
A / B / CGegen den TrendA wird oft als „normaler Rücksetzer“ gesehen, B als Erholung (Bullenfalle), C ist häufig kräftig und tief.

Die drei unverrückbaren Regeln

  1. Welle 2 darf nie mehr als 100 % von Welle 1 zurücklaufen (also nicht unter deren Startpunkt fallen).
  2. Welle 3 ist nie die kürzeste der drei Impulswellen 1, 3 und 5.
  3. Welle 4 darf nicht in den Preisbereich von Welle 1 hineinlaufen (Ausnahme: Diagonalen).

Wird eine dieser Regeln verletzt, ist die Zählung falsch und muss neu gemacht werden. Genau darin liegt der praktische Nutzen: Die Regeln liefern klare Invalidierungsmarken, an denen man ein Szenario verwerfen kann.

Fibonacci-Beziehungen als Richtwerte

Die Grundlagen zu den Verhältnissen stehen unter Fibonacci.

Das sind Häufigkeiten und keine Gesetze. Sie dienen zur Orientierung, wo Kursziele oder Umkehrzonen liegen könnten.

Korrekturformen

Zickzack (5-3-5): steile, scharfe Korrektur. Flat (3-3-5): seitwärts, Welle B erreicht etwa das Ausgangsniveau. Dreieck (3-3-3-3-3): verengt sich, meist vor der letzten Impulswelle. Dazu gilt die Alternation: Ist Welle 2 scharf, fällt Welle 4 meist flach aus, und umgekehrt.

Wellengrade

Das Muster ist fraktal: Jede Welle besteht aus kleineren Wellen derselben Struktur (z. B. Minute, Minor, Intermediate, Primary). Ein Chart lässt sich daher auf mehreren Zeitebenen gleichzeitig zählen, was Einsteiger leicht verwirrt.

Wie man damit handeln könnte (Lernbeispiel)

Kritik: Warum Vorsicht angebracht ist

Elliott-Zählungen sind subjektiv: Zwei erfahrene Analysten zählen denselben Chart oft unterschiedlich. Im Nachhinein passt fast jede Bewegung ins Schema, in Echtzeit ist sie häufig mehrdeutig. Belastbare Belege für eine dauerhaft überlegene Trefferquote fehlen. Nutze die Theorie als Szenario-Werkzeug mit klarem Stop, nicht als Prognose.

Häufige Anfängerfehler

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