Technische Indikatoren: Überblick
Indikatoren berechnen aus Kurs (und teils Volumen) Kennzahlen, die Trend, Tempo oder Schwankung sichtbar machen. Sie sind Hilfsmittel zum Lesen des Charts, keine Kristallkugel.
Die wichtigsten Gruppen
| Gruppe | Frage | Beispiele |
|---|---|---|
| Trend | In welche Richtung läuft der Markt? | Gleitende Durchschnitte, MACD |
| Momentum | Wie stark ist die Bewegung? | RSI, MACD |
| Volatilität | Wie stark schwankt der Kurs? | Bollinger-Bänder |
| Orientierungsmarken | Wo könnten Korrekturen enden oder Ziele liegen? | Fibonacci |
Drei Grundregeln
- Nicht stapeln: Mehrere Indikatoren derselben Gruppe liefern fast dieselbe Information. Besser: ein Trend-, ein Momentum- und ein Volatilitätswerkzeug.
- Marktphase beachten: Trendfolger funktionieren im Trend, schwingende Indikatoren in Seitwärtsphasen. Umgekehrt entstehen viele Fehlsignale.
- Erst der Chart, dann der Indikator: Trend und Support/Widerstand haben Vorrang.
Weitere Indikatoren
Backtesting
Teste Einstellungen auf historischen Daten und auf Daten, die du bei der Optimierung nicht gesehen hast. Eine Einstellung, die nur in der Vergangenheit perfekt passt (Überanpassung), versagt meist live.
Weitere Indikatoren
- Pivot Points: rechnerische Tagesmarken
- Parabolic SAR: nachziehender Stop im Trend
Alle Indikatoren im Überblick
| Indikator | Gruppe | Standard | Kernfrage |
|---|---|---|---|
| Gleitende Durchschnitte | Trend | 20, 50, 200 | Wohin läuft der Trend? |
| MACD | Trend und Momentum | 12, 26, 9 | Dreht das Momentum? |
| ADX | Trendstärke | 14 | Gibt es überhaupt einen Trend? |
| RSI | Momentum | 14 | Wie stark war die Bewegung? |
| Stochastik | Momentum | 14, 3, 3 | Wo liegt der Kurs in der Spanne? |
| Bollinger-Bänder | Volatilität | 20, 2 | Wie stark schwankt der Kurs? |
| ATR | Volatilität | 14 | Wie groß sind die typischen Bewegungen? |
| Volumen / OBV | Volumen | – | Wie viel Überzeugung steckt dahinter? |
| Fibonacci | Marken | 23,6 bis 78,6 % | Wo könnten Korrekturen enden? |
Sinnvolle Kombinationen
| Ziel | Kombination | Warum |
|---|---|---|
| Trendfolge | Gleitender Durchschnitt (Trend), ADX (Stärke), ATR (Stop) | Eine Aufgabe je Werkzeug, wenig Redundanz |
| Rücksetzer im Trend kaufen | Gleitender Durchschnitt, RSI oder Stochastik, Support-Zone | Trend filtern, Timing mit Oszillator |
| Ausbruch handeln | Bollinger Bandbreite (Squeeze), Volumen, ATR | Enge Phase erkennen, Bestätigung prüfen, Risiko begrenzen |
So wählst du Indikatoren aus
Wähle höchstens drei bis vier Indikatoren mit verschiedenen Aufgaben: Trend, Momentum, Volatilität oder Volumen. Teste die Kombination auf historischen Daten, siehe Backtesting. Verändere die Parameter nicht ständig, um die Vergangenheit zu optimieren, denn das führt zu Überanpassung.
Häufige Fragen
Welcher Indikator ist der beste?
Es gibt keinen besten. Er muss zu deinem Handelsstil, Markt und Zeithorizont passen. Wichtiger als der Indikator ist das Risikomanagement.
Wie viele Indikatoren sind sinnvoll?
Meist zwei bis vier mit unterschiedlichen Aufgaben. Mehr erzeugt Widersprüche und Scheingenauigkeit.
Kann ich Indikatoren auch für langfristige Anlagen nutzen?
Ja, etwa den 200-Tage-Durchschnitt als Trendfilter. Für Anleger mit Sparplan sind sie aber nicht notwendig.
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