Risikomanagement: Positionsgröße, CRV und Drawdown
Nicht die Treffsicherheit der Signale entscheidet über Erfolg, sondern ob Verluste klein und kontrollierbar bleiben. Risikomanagement bestimmt, wie viel du pro Trade riskierst.
Die Positionsgröße
Stückzahl = (Kapital × Risiko in %) ÷ (Einstieg − Stop)
Mit dem Positionsgrößen-Rechner kannst du das selbst durchspielen.
Chance-Risiko-Verhältnis und Trefferquote
Die nötige Trefferquote zum Break-even ist 1 ÷ (1 + CRV) (vor Kosten):
| CRV | Break-even-Trefferquote |
|---|---|
| 1 : 1 | 50 % |
| 2 : 1 | ca. 33 % |
| 3 : 1 | 25 % |
Gebühren, Spreads und Slippage verschieben diese Werte nach oben, plane also Puffer ein.
Verluste sind asymmetrisch
| Verlust | Nötiger Gewinn zum Ausgleich |
|---|---|
| 10 % | 11,1 % |
| 20 % | 25 % |
| 50 % | 100 % |
Auch Verlustserien sind normal: Zehn Verluste in Folge bei 1 % Risiko kosten rund 9,6 % des Kapitals. Bei 5 % Risiko pro Trade wären es etwa 40 %.
Regeln für die Praxis
- Pro Trade nur etwa 0,5 bis 2 % des Kapitals riskieren
- Stop vor dem Einstieg festlegen und nie nach hinten verschieben
- Nur Trades mit CRV von mindestens 2 : 1
- Bei Gaps über Nacht kann der Verlust größer sein als geplant
- Gehebelte Produkte (CFDs, Optionsscheine) erhöhen das Risiko erheblich
R-Vielfache: Ergebnisse in Risikoeinheiten messen
Statt in Euro rechnest du in R: 1 R ist dein Risiko pro Trade (z. B. 100 €). Ein Gewinn von 250 € ist +2,5 R, ein Verlust bei Stop −1 R. Damit lassen sich Trades unabhängig von Kontogröße vergleichen. Beispiel: Zehn Trades mit −1, −1, +3, −1, −1, +2, −1, +4, −1, −1 R ergeben in Summe +1 R, obwohl nur drei von zehn gewinnen. Das zeigt, wie das CRV die Trefferquote ausgleicht.
Gesamtrisiko im Depot
Mehrere gleichzeitige Positionen addieren ihr Risiko, besonders wenn sie korrelieren (z. B. mehrere Technologiewerte). Sinnvoll ist eine Obergrenze für das offene Gesamtrisiko, beispielsweise 5 bis 6 % des Kontos. Bei 1 % pro Trade bedeutet das maximal fünf bis sechs unabhängige Positionen. Beachte auch Währungs- und Branchenrisiken.
Kosten nicht vergessen
Spread, Gebühren und Slippage reduzieren dein CRV. Beispiel: Geplanter Gewinn 3 €, Risiko 1 € (CRV 3 : 1). Bei 0,30 € Kosten je Seite beträgt der echte Gewinn 2,40 € bei 1,60 € Risiko, also nur 1,5 : 1. Vergleiche deshalb Anbieter im Brokervergleich.
Verlustlimits
Lege vorab Grenzen fest: maximaler Tagesverlust (z. B. 2 % des Kontos), Wochenverlust und Monatsverlust. Wird eine Grenze erreicht, pausierst du. Das schützt vor emotionalen Fehlentscheidungen, siehe Trading-Psychologie. Die Position kannst du mit dem ATR-Stop an die Volatilität anpassen.
Häufige Fragen
Wie viel Prozent sollte ich pro Trade riskieren?
Üblich sind 0,5 bis 2 % des Kontos. Wer neu ist oder eine geringe Trefferquote erwartet, startet eher am unteren Ende.
Was ist ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis?
Viele streben mindestens 2 : 1 an. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit der Trefferquote. Siehe Tabelle oben.
Sollte ich den Stop verschieben?
Nur in Gewinnrichtung (nachziehen). Den Stop weiter weg zu setzen, vergrößert das Risiko und ist eine typische Ursache großer Verluste.
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