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Risikomanagement: Positionsgröße, CRV und Drawdown

Stand: Oktober 2026 · Bildungsinhalt, keine Anlageberatung

Nicht die Treffsicherheit der Signale entscheidet über Erfolg, sondern ob Verluste klein und kontrollierbar bleiben. Risikomanagement bestimmt, wie viel du pro Trade riskierst.

Die Positionsgröße

Stückzahl = (Kapital × Risiko in %) ÷ (Einstieg − Stop)

Beispiel: 10.000 € Kapital, 1 % Risiko = 100 €. Einstieg 100 €, Stop 95 €, also 5 € Risiko pro Stück. 100 € ÷ 5 € = 20 Stück (Volumen 2.000 €). Bei einem Ziel von 115 € liegt das Chance-Risiko-Verhältnis bei 15 : 5 = 3 : 1.

Mit dem Positionsgrößen-Rechner kannst du das selbst durchspielen.

Chance-Risiko-Verhältnis und Trefferquote

Die nötige Trefferquote zum Break-even ist 1 ÷ (1 + CRV) (vor Kosten):

CRVBreak-even-Trefferquote
1 : 150 %
2 : 1ca. 33 %
3 : 125 %

Gebühren, Spreads und Slippage verschieben diese Werte nach oben, plane also Puffer ein.

Verluste sind asymmetrisch

VerlustNötiger Gewinn zum Ausgleich
10 %11,1 %
20 %25 %
50 %100 %

Auch Verlustserien sind normal: Zehn Verluste in Folge bei 1 % Risiko kosten rund 9,6 % des Kapitals. Bei 5 % Risiko pro Trade wären es etwa 40 %.

Regeln für die Praxis

R-Vielfache: Ergebnisse in Risikoeinheiten messen

Statt in Euro rechnest du in R: 1 R ist dein Risiko pro Trade (z. B. 100 €). Ein Gewinn von 250 € ist +2,5 R, ein Verlust bei Stop −1 R. Damit lassen sich Trades unabhängig von Kontogröße vergleichen. Beispiel: Zehn Trades mit −1, −1, +3, −1, −1, +2, −1, +4, −1, −1 R ergeben in Summe +1 R, obwohl nur drei von zehn gewinnen. Das zeigt, wie das CRV die Trefferquote ausgleicht.

Gesamtrisiko im Depot

Mehrere gleichzeitige Positionen addieren ihr Risiko, besonders wenn sie korrelieren (z. B. mehrere Technologiewerte). Sinnvoll ist eine Obergrenze für das offene Gesamtrisiko, beispielsweise 5 bis 6 % des Kontos. Bei 1 % pro Trade bedeutet das maximal fünf bis sechs unabhängige Positionen. Beachte auch Währungs- und Branchenrisiken.

Kosten nicht vergessen

Spread, Gebühren und Slippage reduzieren dein CRV. Beispiel: Geplanter Gewinn 3 €, Risiko 1 € (CRV 3 : 1). Bei 0,30 € Kosten je Seite beträgt der echte Gewinn 2,40 € bei 1,60 € Risiko, also nur 1,5 : 1. Vergleiche deshalb Anbieter im Brokervergleich.

Verlustlimits

Lege vorab Grenzen fest: maximaler Tagesverlust (z. B. 2 % des Kontos), Wochenverlust und Monatsverlust. Wird eine Grenze erreicht, pausierst du. Das schützt vor emotionalen Fehlentscheidungen, siehe Trading-Psychologie. Die Position kannst du mit dem ATR-Stop an die Volatilität anpassen.

Der Handel mit Wertpapieren und Derivaten birgt hohe Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust. Setze nur Geld ein, das du entbehren kannst.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent sollte ich pro Trade riskieren?

Üblich sind 0,5 bis 2 % des Kontos. Wer neu ist oder eine geringe Trefferquote erwartet, startet eher am unteren Ende.

Was ist ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis?

Viele streben mindestens 2 : 1 an. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit der Trefferquote. Siehe Tabelle oben.

Sollte ich den Stop verschieben?

Nur in Gewinnrichtung (nachziehen). Den Stop weiter weg zu setzen, vergrößert das Risiko und ist eine typische Ursache großer Verluste.

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