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ATR (Average True Range)

Stand: Oktober 2026 · Bildungsinhalt, keine Anlageberatung

Die ATR misst, wie stark ein Wert im Durchschnitt schwankt. Sie sagt nichts über die Richtung, sondern nur über die Größe der Bewegungen. Genau deshalb ist sie ein starkes Werkzeug für Stop-Loss und Positionsgröße.

Berechnung

Die True Range (TR) einer Kerze ist der größte der drei Werte:

So werden auch Kurslücken (Gaps) erfasst. Die ATR ist der geglättete Durchschnitt der True Range, üblich sind 14 Perioden. Nach Wilder: ATR neu = (ATR alt × 13 + TR aktuell) ÷ 14.

Beispiel: True Range

KerzeHochTiefSchlussTrue Range
1102991013
21041001034
31051011024
410398995
5101971004

Kerze 4: Hoch − Tief = 5, aber |Tief − Vorschluss| = |98 − 102| = 4. Die größte Spanne ist 5. Der Durchschnitt dieser fünf Werte ist 4,0, ein einfacher ATR-Näherungswert.

1. ATR-Stop

Statt eines willkürlichen Stopps in Prozent setzt du ihn im Vielfachen der ATR unter den Einstieg, meist 1,5 bis 3 ATR. Bei ruhigen Werten ist der Stopp eng, bei schwankenden weit. Der Stopp liegt damit außerhalb des normalen Rauschens.

2. Positionsgröße nach Volatilität

Beispiel: Kapital 10.000 €, Risiko 1 % = 100 €. Einstieg 100 €, ATR = 2 €, Stopp bei 2 ATR = 96 €. Risiko je Aktie = 4 €. Positionsgröße = 100 € ÷ 4 € = 25 Stück (Volumen 2.500 €).

Bei einem doppelt so schwankenden Wert (ATR = 4 €) wäre der Stopp 8 € entfernt und die Position nur 12 Stück groß. So bleibt das Risiko in Euro gleich. Rechne mit dem Positionsgrößen-Rechner nach.

3. Trailing-Stop und Chandelier Exit

Beim Chandelier Exit liegt der Stopp einen festen ATR-Abstand unter dem höchsten Hoch seit Einstieg (z. B. 3 × ATR). Steigt der Kurs, zieht der Stopp nach, er sinkt nie.

4. Volatilitätsregime erkennen

Eine fallende ATR zeigt Beruhigung, oft vor Ausbrüchen. Eine steigende ATR zeigt wachsende Unsicherheit oder einen starken Trend. Vergleiche die ATR mit ihrem eigenen Verlauf, nicht mit anderen Werten, oder nutze die ATR in Prozent des Kurses.

Grenzen

Siehe auch: Risikomanagement · Bollinger-Bänder

Der Handel mit Wertpapieren und Derivaten birgt hohe Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust. Beispiele sind Rechenbeispiele und keine Handelsempfehlungen. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für die Zukunft.

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