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Bollinger-Bänder: Volatilität sichtbar machen

Stand: Oktober 2026 · Bildungsinhalt, keine Anlageberatung

Bollinger-Bänder (entwickelt von John Bollinger) bestehen aus drei Linien: einem gleitenden Durchschnitt in der Mitte und je einem Band darüber und darunter, die die Schwankung des Kurses abbilden. Standard sind 20 Perioden und 2 Standardabweichungen.

Aufbau

Beispiel: SMA(20) = 100 €, Standardabweichung = 3 €. Oberes Band = 106 €, unteres Band = 94 €.

Je stärker der Kurs schwankt, desto weiter öffnen sich die Bänder, bei ruhigem Markt ziehen sie sich zusammen.

Wichtige Muster

Der häufigste Fehler

Bandbreite im Beispiel

Die Bandbreite = (oberes Band − unteres Band) ÷ Mittellinie. Mittellinie 100 €, Band 106 € und 94 €: (106 − 94) ÷ 100 = 12 %. Zieht sich die Bandbreite auf 4 % zusammen, liegt ein Squeeze vor. Vergleiche den aktuellen Wert mit den Werten der letzten Monate, denn „eng“ ist relativ zum jeweiligen Markt.

Drei Ansätze im Überblick

AnsatzIdeeRisiko
Squeeze-AusbruchNach enger Spanne bricht der Kurs aus. Einstieg in Ausbruchsrichtung mit Stop an der MittellinieFehlausbrüche, Richtung offen
Rückkehr zur MitteIm Seitwärtsmarkt Kauf am unteren, Verkauf am oberen Band, Ziel MittellinieIm Trend gefährlich
W- und M-FormationenZweites Tief über dem unteren Band nach erstem Tief außerhalb signalisiert StärkeErfordert Erfahrung

Einstellungen

20 Perioden und 2 Standardabweichungen sind Standard. Kürzere Zeiträume (10 Perioden mit 1,5) eignen sich für kurzfristiges Handeln, längere (50 mit 2,5) für Positionstrader. Wichtiger als die Einstellung ist die Frage, ob der Markt gerade trendet oder pendelt. Nutze dazu den ADX.

Kombination mit Volatilitäts- und Momentumwerkzeugen

Bollinger-Bänder messen die Volatilität in Form der Standardabweichung, die ATR in Form der durchschnittlichen Kursspanne. Beides ergänzt sich: Bänder zeigen Verengung und Ausweitung, die ATR hilft bei Stops und Positionsgröße. Ein RSI-Wert am Bandrand zeigt, ob eine Bewegung durch Momentum gestützt ist.

Ein Kurs am oberen Band ist kein Verkaufssignal und am unteren Band kein Kaufsignal. Rund 95 % der Kurse innerhalb der Bänder gilt nur unter der Annahme einer Normalverteilung, und echte Kurse sind nicht normalverteilt. In Trends bleibt der Kurs lange am Rand.

Praxis-Tipps

Häufige Fragen

Was bedeutet es, wenn der Kurs außerhalb der Bänder schließt?

Nicht automatisch eine Umkehr. In Trends kann der Kurs lange außerhalb bleiben („Walking the Band“). Es zeigt vor allem ungewöhnliche Stärke oder Schwäche.

Wie erkenne ich einen Squeeze?

Die Bandbreite fällt auf ein Mehrmonatstief. Viele Plattformen bieten dafür einen eigenen Indikator („Bollinger Bandwidth“).

Sind Bollinger-Bänder ein Handelssystem?

Nein. Sie sind ein Werkzeug zur Einordnung der Volatilität. Für ein System brauchst du Einstiegs-, Ausstiegs- und Risikoregeln, siehe Backtesting.

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