Der Ansatz ist vergleichbar mit den dynamischen Schwingungen eines Bungee-Springers. Nach dem Absprung und der anschließenden Freien-Fall-Phase liegt eine starke Dynamik/hohe Beschleunigung vor. Ab einem gewissen Punkt beginnt die Spannung vom Seil den Fall abzubremsen, dabei fällt der Springer zwar weiter Richtung Boden, aber die Dynamik geht verloren. Dieses "Warnsignal" sollte der Charttechniker in seine Lagebeurteilung einfließen lassen.
Ab einem gewissen Punkt findet eine Umkehrung der Bewegung statt. Der Bungee-Springer hat quasi seinen tiefsten Sprungpunkt erreicht und ab diesem Zeitpunkt sorgt die Spannung des Bungeeseils dafür, dass der Springer in die entgegengesetzte Richtung beschleunigt wird. Es findet eine Trendumkehr statt, die dem Analysten bereits zuvor durch das "Warnsignal" angekündigt wurde.
Die Abbildung zeigt die oben genannten Phasen des Momentums. Analysten nutzen die Informationen des Indikators auf unterschiedliche Weise. Einige interpretieren erst das Überschreiten der Nullinie aus Kauf-/Verkaufssignal, andere nutzen Extremwerte, um Anlageentscheidungen zu treffen und wiederum andere schauen sehr genau auf auffällige Divergenzen.
Da ich persönlich eigentlich grundsätzlich ohne Indikatoren meine Chartanalysen erstelle, da diese grundsätzlich ausschließlich auf Formations-Setups abzielt, kann ich wenig aus eigener Erfahrung zu den verschiedenen Ansatzpunkten sagen.
Wenn ich jedoch mal einen Indikator unter meinen Chart setze, so schaue ich persönlich hauptsächlich darauf, ob Divergenzen meine Beobachtungen der Formationsanalyse bestätigen.
Die Extremwerte signalisieren grundsätzlich eine überkaufte oder überverkaufte Situation eines Wertes. Offene Positionen sollten spätestens hier enger abgesichert werden!
Divergenzen zwischen Kurs- & Indikatorverlauf visualisieren dem Charttechniker, dass der Kursverlauf eines Basiswertes nicht mehr von dem Indikator unterstützt wird. Dieser "Warnhinweis" sollte ebenfalls im Risikomanagement bestehender Positionen berücksichtigt werden, oder kann unterstützend zur Vorbereitung eines Trades in die Gegenrichtung hilfreich sein (z. B. Identifizierung von Umkehrformationen)