Chartanalysen Square - Indikatoren

Relative-Stärke-Index (RSI)

Der Relative-Stärke-Index (RSI) gehört zu der "Oszillatoren-Familie" und ist einer der populärsten Indikatoren in der technischen Analyse. Er "schwingt" zwischen 100 und 0, wobei die Werte zwischen 70 und 100 (überkauft) sowie zwischen 30 und 0 (überverkauft) als Extrembereiche bezeichnet werden.

Veröffentlicht wurde der RSI von Welles Wilder, Jr. in seinem Buch New Concepts in Technical Trading System (1978).

Die hinterlegte Formel lautet:

RSI = 100 - 100/1+RS

          Durchschnitt der Schlusskurse von x Tagen mit steigenden Kursen
RS =   ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
          Durchschnitt der Schlusskurse von x Tagen mit fallenden Kursen

Die so generierten Werte werden in einer eigenen Skala (meistens unter dem eigentlichen Chart) als Linie dargestellt.
Die für Oszillatoren typischen Schwingungen der Amplituden können grundsätzlich auf drei verschiedene Weisen ausgewertet werden.




1. Extrembereiche als Ein- bzw. Ausstiege

Erreicht der RSI einen der Beiden Extrembereiche (70/30) kann diese Information genutzt werden, um bestehende Positionen zu schließen oder um eine neue Position zu eröffnen. Wichtig ist, dass auch andere Indikatoren, Trends & Widerstände/Unterstützungen berücksichtigt werden!

Ein Beispiel: Extrembereiche

Extrembereiche im RSI

In der Abbildung ist exemplarisch dargestellt, dass die Kurse dazu neigen Extremwerte des RSI "abzubauen". Daher sind Kursabschläge wahrscheinlich, wenn der RSI über 70 notiert und steigende Kurse werden grundsätzlich erwartet, wenn der RSI unter 30 fällt.

2. Divergenzen

Als Divergenzen (Gegensätze) werden nichtübereinstimmende Entwicklungen zwischen dem Kurs und dem Indikator bezeichnet. Treten diese Divergenzen in Extrembereichen auf, werden die jüngsten Kursentwicklungen nicht von dem Indikator unterstützt! Somit sind sie ein gutes Warnsignal.

Ein Beispiel: Divergenzen

Divergenzen im RSI

In der Abbildung erkennt man deutliche Divergenzen in den Extrembereichen. Während im linken Abschnitt die Kurse weiter steigen und neue Hochs ausgebildet werden, stagniert der RSI auf einem bestimmten Level und bei dem anschließenden Doppel Top im Chart fällt der RSI bereits deutlich.

Im rechten Bereich sind analog Divergenzen im überverkauften Bereich dargestellt.

3. Trendlinien im RSI

Neben Extrembereichen und Divergenzen dienen auch normale Trendlinien und die Analyse bestimmter Widerstands-/Unterstützungsbereiche als Signalgeber. Wie im normalen Chart werden diese beim RSI eingezeichnet und können so, bestimmte Entwicklungen "vorhersagen".




Ein Beispiel: Trends im RSI

Trends im RSI

Bei der Suche nach profitablen Handelssignalen sollte der Analyst auch Trendlinien im RSI bereich einzeichnen, um eine mögliche Trendumkehr frühzeitig zu erkennen. In der Abbildung erkennt man, wie z.B. die Aufwärtstrendlinie im RSI früher durchbrochen wird als die des Kurses!

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